Rezension zu „Lost Boy: The True Story of Captain Hook“

Rezension zu „Lost Boy: The True Story of Captain Hook“

Buch von Christina Henry

„There is one version of my story that everyone knows. And then there is the truth. (…) Peter will say I´m a villain, that I wronged him, that I never was his friend. Peter lies.“
(zu deutsch: „Es gibt eine Version meiner Geschichte, die jeder kennt und dann gibt es die Wahrheit. (…) Peter wird behaupten, dass ich der Bösewicht bin, dass ich im Unrecht getan habe und dass ich niemals sein Freund war. Peter lügt.“)

Mit diesen Worten macht der Klappentext von „Lost Boy“ neugierig auf die Geschichte des ersten verlorenen Jungen (Jamie) im Nimmerland. Die Autorin Christina Henry schreibt auf etwas mehr als 300 Seiten ein logisches Prequel, also eine Vorgeschichte, zum berühmten Märchenklassiker „Peter Pan“ aus der Sicht des uns allen bekannten Gauners Captain Hook (alias Jamie).
Doch dieses Buch ist alles andere als eine Gute-Nacht-Geschichte für kleine Kinder, denn nicht umsonst war dieses Werk in der Kategorie Horror des „Goodreads Choice Awards“ 2017 nominiert (ich muss euch leider enttäuschen, gewonnen hat es nicht).

Ich möchte hier nicht zuviel über die Handlung verraten, auch wenn jeder, der das Märchen um Peter Pan kennt, sich wahrscheinlich denken kann, wie dieses Buch wohl ausgehen muss…

Aber eines kann ich euch garantieren: Ihr werdet Peter Pan nach dieser Story nicht mehr leiden können und Mitleid mit dem eigentlichen Bösewicht Captain Hook empfinden.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Ich finde die Idee der getauschten Rollen von Gut und Böse genial und super umgesetzt. Wie oben schon erwähnt, fühlt man mit Jamie mit und verschwört sich im Laufe des Buches gegen Peter Pan.

„Lost Boy“ ist im July 2017 erschienen und bis jetzt ist, soweit ich weiß, noch keine deutsche Übersetzung erhältlich. Was aber für jeden, der die englische Sprache einigermaßen beherrscht, kein Problem sein dürfte, denn es ist, sprachlich gesehen, relativ nüchtern und einfach gehalten, schließlich erzählt ein kleiner Junge von seiner Geschichte.

Empfehlen kann ich dieses Buch jedem, der sich schon einmal gefragt hat, warum Hook Peter eigentlich so abgrundtief hasst und wie es dazu kam, dass Peter sich immer wieder Spielkameraden ins Nimmerland holt. Allerdings ist dieses Buch düsterer und brutaler, als es dieses, zugegeben wunderschöne, Cover vermuten lässt. Demnach würde ich es jüngeren Lesern (unter 12 Jahren) nicht unbedingt in die Hände drücken, aber das ist nur meine persönliche Einschätzung und jeder sollte selbst wissen, inwiefern er mit Gewalt in Büchern umgehen kann.

Falls ihr „Lost Boy“ schon gelesen habt, schreibt mir doch bitte mal in die Kommentare, wie es euch gefallen hat.

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